Rauschen bezeichnet ein stochastisches Störsignal. Häufig wird es durch das Leistungsdichtespektrum beschrieben. Man muss sich das so vorstellen: Das Rauschsignal baut sich aus vielen Frequenzen zusammen, was auch mit der Varianz zu tun hat. Man misst dann, welche Frequenz wie viel Leistung des gesamten Rauschsignals ausmacht. Das einfachste Modell ist weißes Gaußsches Rauschen. Moment mal, warum hat das auf einmal eine Farbe? Und was hat der olle Gauß hier schon wieder zu suchen? Ich bin doch in Kanada und nicht in Braunschweig. Naja, man schaut sich das Spektrum von Farben an und vergleicht es mit dem Leistungsdichtespektrum (LDS). Das hilft, mit einfachen Worten die Form des LDS zu beschreiben. Weißes Licht hat ein konstantes Spektrum, weshalb ein weißes Rauschen ein konstantes LDS hat. Und Gauß findet man einfach überall, speziell hier weil man davon ausgeht, dass das Rauschsignal in der Zeit betrachtet eine gaußverteiltes Amplitudendichte hat, die berühmte Glockenkurve. Wenn das LDS nicht konstant ist, ordnet man eine Farbe zu, geläufig ist bspw. rot für ein LDS, was bei höheren Frequenzen weniger Leistung hat als bei hohen. Für den folgenden Beitrag stelle ich mir einen grünen Rauschteppich vor, was dann quasi ein Rauschen wäre, was bei mittleren bis hohen Frequenzen viel Leistung hat.
Man sagt etwas salopp, ein Signal verschwindet im Rauschteppich, wenn es nicht mehr aus dem Rauschsignal herauszufiltern ist. Wie wenn man einen Krümel in einem sehr flauschigen Teppich nicht mehr wiederfindet.
Dieses Jahr durfte ich den Tag der Arbeit doppelt feiern: Am 1. Mai und am 7. September. Nachdem ich erst recht spontan realisiert hatte, dass sich mein Wochenende durch diesen Feiertag nicht nur um einen, sondern gleich um 3,5 Tage verlängert wollte ich die Gelegenheit unbedingt nutzen, um mal aus der Stadt zu kommen. Andere Menschen waren wohl von der Perspektive nicht so begeistert, hatten dann doch keine Zeit oder wollten so spontan dann doch nicht wegfahren. Also zog ich den Plan alleine durch. Normalerweise bin ich diejenige, die nicht so spontan ist. Vielleicht liegt das aber mehr daran, dass ich so weit im Voraus alles mit Terminen vollgeplane. Wie dem auch sei, am Sonntagmorgen bestieg ich den Bus in die Laurentides bis ins Dorf Val-David. Aus deutscher Perspektive nicht direkt ein Kaff, aber was sofort auffällt ist, dass alles etwas auseinandergezogen wirkt. Früher gab es eine Bahnverbindung nach Montréal, die jetzt als Fahrradweg ausgebaut ist. Hätte ich mein Fahrrad hier, könnte ich also direkt von Zuhause dort hin radeln. In Val-David gibt es einen Parc Régional, der im Sommer als Wander-, Kletter- und Mountainbike-Gebiet genutzt wird und im Winter für Schneeschuhwanderungen und Langlaufski. Traumhaft schön! Ich konnte die letzten Sommertage erleben in einer Region, in der die Landschaft gemächlich bergig bis zum Horizont einen grünen Teppich in allerhand Farbtönen ausbreitet. Bis vor ca. 50 Jahren wurde das Gebiet noch intensiv beforstwirtschaftet, nun kann sich die Natur den Platz zurückerobern – soweit das in einem touristischen Wandergebiet möglich ist. Es gab sehr gut ausgeschilderte Wege (da das bisher ziemliche Mangelware war habe ich das umso mehr wertgeschätzt) und wenn man nicht die diejenigen nimmt, die einem am Eingang empfohlen werden,kommt man schnell von den Menschen weg. An meinem ersten Tag fühlte es sich wirklich befreiend an, nur das Rascheln der Blätter, ab und an ein paar Vögel und sonst nichts zu hören. Selbst wenn es in Montréal viele grüne Ecken gibt, ist der Rauschpegel doch immer präsent. Es tat gut, alleine zu sein und einfach nur die Stille zu genießen. Am zweiten Tag ließen sich sogar ein paar neugierige Rehe blicken, als ich ganz ruhig dasaß und etwas gelesen habe.
Abends saß ich dann mit Barbara und Stéphane, bei denen ich schlafen durfte, am Lagerfeuer und wurde in die Kunst der S’mores eingeführt. Das ist ein Sandwich aus Keksen, die auf einer Seite Schokolade haben, und einem frisch gegrillten Marshmallow dazwischen. Eine wahnsinnig süße Angelegenheit, aber die positive Seite ist, dass man so einen Marshmallow essen kann ohne klebrige Hände zu bekommen. Sie erzählten mir von ihren Fahrradurlauben und Kletterurlauben und wir haben uns wirklich gut unterhalten. Sie sind mehr als super nett und gastfreundlich und ich konnte auch noch ein paar ihrer Freunde kennen lernen. Irgendwie scheinen alle sehr aktiv zu sein und viel Zeit draußen mit Sport zu verbringen (Wandern, Fahrrad, Langlaufski,…). Nachts schlief ich dann im Zelt. Da hat es sich gelohnt, dass ich meine Isomatte und Schlafsack mit nach Kanada gebracht hatte. Zugegeben war es schon ziemlich kalt, aber mit zwei zusätzlichen Decken und zwei Pullovern habe ich nicht gefroren. Wenn ich das so schreibe muss man denken: Sie hat es wirklich gewollt. Und ja, das muss es wohl gewesen sein.
Am dritten Tag tauschte ich dann die Wanderschuhe gegen ein Fahrrad – ich konnte es mir von Barbara leihen – und unternahm mit Stéphane eine mittelgroße Tour (42km) entlang des P’tit Train du Nord, also auf besagter Bahntrasse.
Auf der Rückfahrt am Dienstag habe ich noch ein weiteres Transportmittel ausprobiert: den Zug. Das war wohl die unaufgeregteste Etappe meines Ausflugs, denn das war fast genau so wie DB Regio zu fahren (allerdings pünktlich und ich konnte das Leben nicht in vollen Zügen genießen).







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